
Kommissarin Vicky Kant ist
taff, clever und konsequent.Wenn sie sich erst einmal vorgenommen hat,
einen Täter zu überführen, dann bleibt sie ihm auch auf det Spur.
Gemeinsam mit ihrem Kollgen Fuchs löst Vicky Kant ihre Fälle mal mit
Witz und mal mit Action - aber immer mit Köpfchen. Ein übersehenes
Indiz, eine falsche Aussgae, ein allzu schlampig konstruiertes Alibi -
Vicky Kant erkennt den Fehler, den der Täter gemacht hat und dann
klicken die Handschellen..
Die Serie entstand im Auftrag der Fernsehzeitschrift auf einen Blick,
die für ihre Rätselseiten etwas Besonderes suchten. Die Fälle der
taffen Kommissarin aus der Sonderkommission waren genau das richtige,
um die bunte Rätselmischung aus Sodoku und anderen Tüfteleien
abzurunden.
Ein Fall für Vicky Kant:
Tod am Morgen
Kommissarin Vicky Kant bemerkt, dass Staatsanwalt Keller sich jetzt
schon seit einer Stunde mit der Ermittlungsakte Britta Holt befasst. In
einer halben Stunde ist Feierabend und Vicky fragt sich, was den jungen
Anklagevertreter so irritiert. "Ist etwas unklar?"
"Sind Sie wirklich fest davon überzeugt, dass der Ex-Mann der Toten der Täter ist?", fragt Keller. "Dieser Tony Holt?"
"Aber natürlich!", meint Vicky. "Wenn Sie sich die Fakten ansehen, werden Sie auch zu diesem Schluss kommen."
"Aber wenn ich jetzt einen
Haftbefehl für Tony Holt beantrage und der Haftrichter dann alles
zerpflückt …", meint Keller unsicher.
Vicky lächelt geduldig, sie weiß schließlich, dass Keller erst seit
zwei Monaten auf seinem Posten ist. "Also gut", sagt sie. "Gehen wir
die Sache gemeinsam durch: Britta Holt wurde am Montag gegen 11 von
ihrer Nachbarin tot in ihrer Wohnung an der Kaiserstraße 23 aufgefunden
- das ist eine Siedlung, in der sich die Nachbarn noch ganz gut kennen.
Britta wurde erwürgt - von einer großen, kräftigen Person. Das deutet
zunächst einmal auf einen Mann als Täter hin, und auch auf eine
Beziehungstat. Sind Sie soweit mit meinen Schlussfolgerungen
einverstanden?"
"Soweit ja", meint Keller und
blättert in der Akte. "Als Tatzeit legte der Rechtsmediziner die Zeit
von 10 bis halb 11 morgens fest. Das deckt sich mit den Aussagen
einiger Hausbewohner: sie haben Britta noch um neun Uhr gesehen, als
sie zum Einkaufen ging."
Vicky muss grinsen. "Unter Brittas Nachbarn sind zwei ältere Damen.
Allein stehend und deshalb sehr aufmerksam. Aber nicht nur sie
erinnerten sich, dass Britta an diesem Morgen zum Einkaufen gegangen
war. Auch die Kassiererin im Supermarkt berichtet, dass Britta bei ihr
um halb zehn bezahlt hat. Kurz vor zehn sahen die Nachbarinnen Britta
wieder heimkommen."
"Ja, mit ihren Einkäufen." Keller
kramt in der Akte. "Laut Kassenbon aus Brittas Portmonee hat sie einen
Kopfsalat, eine Tüte frische Milch, eine Fernsehzeitung und eine Tafel
Schokolade gekauft." Keller blättert eine Seite um. "Der Mörder muss
Britta bei ihrem zweiten Frühstück angetroffen haben: auf dem
Küchentisch stand eine Schale Müsli, halb mit Milch gefüllt."
"Genau!", sagt Vicky. "Und die Milchpackung, die sie unmittelbar zuvor gekauft hatte, stand aufgerissen daneben. Das war die Situation, in der ihr Mörder zu ihr gekommen ist. Es gab keine Einbruchsspuren - sie muss ihren Mörder also hereingelassen haben. Kein Wunder, dass mein Verdacht schnell auf Tony, ihren Ex-Mann, fiel. Die beiden hatten Streit wegen des Unterhalts, und die Nachbarn berichteten von einer lauten Auseinandersetzung, die die beiden zwei Tage vor dem Mord gehabt hatten."
"Soweit ist alles klar", gibt Keller zu. "Die Spurensicherung fand Tonys Fingerabdrücke in der Wohnung: Am Türgriff, in der Küche am Schrank und auf der Milchpackung, im Bad am Spiegel. Als Tony dann für den Tatzeitpunkt kein Alibi vorweisen konnte, haben Sie ihn vorläufig festgenommen."
"Genau", meint Vicky. "Im Verhör
hat Tony bestritten, zum Tatzeitpunkt bei Britta gewesen zu sein. Als
ich ihm vorhielt, dass wir seine Fingerabdrücke überall in der Wohnung
gefunden haben, behauptete er, das die von früheren Besuchen bei Britta
stammen mussten."
"Was nachvollziehbar ist", sagt Keller. "Er war bei seiner Ex-Frau, als
sie sich zwei Tage vor dem Mord stritten. Wir können nicht sagen, wie
alt die Abdrücke sind, die gefunden wurden. Mit solch eine dünnen
Indizienlage bekommen ich doch nie und nimmer einen Haftbefehl."
"Doch!" Vicky Kant reicht Keller
ein Formular. "Ich habe schon mal alles für Sie ausgefüllt. Mit der
Indizienlage bekommen Sie garantiert von jedem Untersuchungsrichter
einen Haftbefehl! Weil wir eindeutig nachweisen können, dass Tony sehr
wohl am Mordtag in Brittas Wohnung gewesen ist.
Wie kann man dies beweisen?
H.P. Karr:
Ein Fall für Vicky Kant
Krimi-Serie für auf einen blick
Januar bis Dezember 2010, 52 Folgen
Rechte beim Autor
Design by TemplatesLord.com