DEUTSCHER KRIMI PREIS
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Die besten Krimis des Jahres

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Pressemitteilung zum Deutschen Krimi Preis 2014 als PDF

30. Deutscher Krimi Preis 2014

National

deutscher Krimi Preis 2013
Deutscher Krimi Preis 2013
Deutscher Krimipreis 2013

1.  Platz: Friedrich Ani: M  (Droemer)

»Er war irgendwie anders in letzter Zeit.« Mit diesen Worten beauftragt die Redakteurin Mia Bischof die Detektei Liebergesell, nach ihrem vermissten Freund zu suchen. Tabor Süden und seine Kollegen kommt die Frau von Anfang an seltsam vor. Sie sehen sich in ihrem unguten Gefühl bestätigt, als irritierende Hinweise im Arbeitsumfeld des Vermissten auftauchen. Er habe Kontakt zu Neonazis, heißt es. Doch Mia bestreitet das vehement. Süden schiebt seine persönlichen Bedenken beiseite – bis seine Kollegen um ihr Leben fürchten müssen.

Friedrich Ani, Jahrgang 1959 und seinem Tabor Süden zumindest äußerlich recht ähnlich, ist einerseits ein sehr produktiver, andererseits trotzdem ein sorgfältiger Autor. Es gibt einen ganz besonderen Ani-Klang, eine markante atmosphärische Verdichtung, die doch jedes Klischee vermeidet. Seine Figuren, allen voran Tabor Süden, tragen die Dunkelheit, den Zweifel, die Angst im Herzen und schaffen es doch irgendwie, ihrem Tagwerk nachzugehen.  (…) Die Verzweiflung ist ständiger Begleiter dieser Figuren, aber Ani erzählt nie davon in der Manier des Krimi-Routiniers.
(Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau)


2. Platz: : Robert Hültner: Am Ende des Tages (btb)

Bayern 1930: In den Chiemgauer Alpen stürzt ein Flugzeug ab. Ein Bauer, der gleich nach dem Unglück aufgestiegen ist, um Verletzte zu bergen, kommt bald danach mitsamt seiner Familie bei einem Brand seines Hofes um. Hat er etwas gesehen, was er nicht hätte sehen sollen? Paul Kajetan, der in einem ganz anderen Fall ermittelt und dem Hoffnungen gemacht wurden, dass er wieder in den Polizeidienst zurückkönne, gerät bald mitten hinein in eine politische Verschwörung, in der es um mehr als nur um Flugzeugabstürze geht.

Wie ein Goldschmied der Barockzeit seine filigranen Jagdszenen ziseliert Hültner sprachliche Eigenheiten, regionalhistorische Details und faktischen Hintergrund seiner Krimis, die als historische Romane dem Vergleich mit Meistern wie Lion Feuchtwanger standhalten. Allerdings ist Hültners Perspektive weniger großbürgerlich und kolossal-moralisch. In seinen Kajetan-Romanen brechen sich die großen Ereignisse der Weimarer Umbruchzeit – Räterepublik und Bürgerkrieg, Aufstieg der Nazis, Expressionismus und Lebensreform – am dialektischen und dialektstarken Skeptizismus der kleinen Leute. Geschickt verwebt Hültner aus mündlichen Erzählungen der Augenzeugen gewonnene Details mit präzise aus Staatsarchiven erschlossenen Fakten zur faszinierenden Kriminalerzählung.
(Tobias Gohlis, DIE ZEIT)



3. Platz: Matthias Wittekindt: Marmormänner (Ed. Nautilus)

Marie von der Spurensicherung der Polizei in Fleurville wird auf  einen uralten Fall angesetzt: vier Männer, die 1970 verschwunden sind – die sogenannten Marmormänner.Ihr Kollege Ohayon schlägt sich gleichzeitig
mit einem Fall von Familienstreitigkeiten herum,bei dem erst das Kind, dann die Mutter verschwindet. Beide holen sie mit ihren so unterschiedlichen Methoden Unerwartetes und Unerledigtes zutage.

»Marmormänner« ist der zweite Krimi des Theatermachers, Architekten und Schriftstellers Matthias Wittekindt, und während seine Kollegen ... die deutsche Provinz mit kalauernden Kommissaren überziehen, versetzt der Berliner seine Fälle ins eher gemäßigt attraktive Lothringen mit einem Personal von gediegener Mittelmäßigkeit – es sind unsere Nachbarn, und sie haben allesamt jene kleinen Geheimnisse, die sich, werden sie aufgedeckt, zu Monstrositäten auswachsen. Wittekindts brillanter Roman ist die IIlustration der alten Wahrheit, dass sich hinter den Jägerzäunen immer wieder Abgründe auftun. Meisterhaft!
(Günther Grosser, Berliner Zeitung)



International


Deutscher Krimipreis 2013
Deutscher Krimipreis
Deutscher Krimi Preis


1. Platz: Patrícia Melo: Leichendieb (Ladrão de Cadáveres)
Deutsch von Barbara Mesquita
(Tropen)


Eigentlich will der Erzähler von Patricia Melos Roman »Leichendieb« ja bloß in Ruhe angeln. Was auch ganz gut klappt. Am Ende des Tages, er will gerade aufbrechen, erlebt er den Moment, der sein ganzes Leben verändern wird: Ein kleines Sportflugzeug taucht am Himmel auf, gerät ins Trudeln, stürzt in den Fluss. Der Pilot, so stellt der Angler fest, ist tot, und der Rucksack, der am Pilotensitz hängt, ist voller Drogen. Eine Verlockung, der der Mann nicht widerstehen kann. Und damit nimmt das Chaos seinen Lauf.

Der zufällig gefundene Geldkoffer, die verlorenen Diamanten, die verirrte Drogenlieferung in Händen eines eigentlich Unbeteiligten – ein Motiv, das in der Genreliteratur häufig vorkommt, um dann durchzuspielen, wie das Leben des bis dahin Unbescholtenen durcheinander gewürfelt wird (…). Patricia Melo spielt dieses Motiv in ihrem, so knappen wie satten, Roman
»Leichendieb« auf ihre Weise am provinziellen Rand Brasiliens durch, sprachlich souverän, klug komponiert und mit hervorragenden  Charakteren besetzt. »Leichendieb« ist ein Highlight der Literatur, (Genre-) Literatur auf Weltniveau.
(Ulrich Noller WDR Mordsberatung)

2. Platz: John le Carré: Empfindliche Wahrheit (A Delicate Truth)
Deutsch von Sabine Roth
(Ullstein)

In der britischen Kolonie Gibraltar findet eine streng geheime Anti-Terror-Operation statt: Ein islamistischer Waffenkäufer soll entführt werden. Die Drahtzieher: Fergus Quinn, ein hochrangiges Regierungsmitglied, und Jay Crispin, Chef einer internationalen Sicherheitsfirma. Toby Bell, ein Mitarbeiter Quinns, stolpert über die geheime Aktion. Irgendetwas ist an der Sache faul und soll vertuscht werden. Seine Nachforschungen bringen ihn in eine gefährliche Lage.

Raffiniert geschrieben, intrigant geplottet, zutiefst pessimistisch. Die große Kunst des John le Carré liegt darin, Glaubwürdigkeit über Effekt zu stellen – und dennoch einen hochspannenden Roman zu schreiben
(Sylvia Staude, Frakfurter Rundschau)



3. Platz: Jerome Charyn: Unter dem Auge Gottes
(Under the Eye of God)
Deutsch von Jürgen Bürger
(Diaphanes)


Seit 1974 steigt der Cop Isaac Sidel aus der Bronx umso höher, je krimineller und mörderischer er agiert und je besser er als Mensch ist. Er ist inzwischen Vizepräsident der Vereinigten Staaten und muss dennoch New York City vor dem Zugriff gieriger Politicos beschu tzen. Mit Hilfe von Verbindungen, die tief in die Geschichte der jüdischen Mafia zuru ckreichen und auch wenn er dazu raus muss aus dem Big Apple und dem mythischen Hotel Astonia. Ausgerechnet nach Texas.

Ein grandioses Buch, mit allem, was wir an Charyn lieben: die auch mit detektivischen Mitteln nicht mehr auflösbare Verquickung von Stadtgeschichte, Gossip und Mythos, die dubiosen, wie in Fliegenflügel gekleidet schillernden Figuren …, das wilde Flackern der Emotionen, die wie Nordlichter epochale Form und Größe annehmen.
(Tobias Gohlis, DIE ZEIT)


Die Jury:
Kritiker: Volker Albers (Hamburger Abendblatt) / Andreas Ammer (ARD) / Jens Dirksen (Funke-Mediengruppe) / Joachim Feldmann (Am Erker) / Tobias Gohlis (DIE ZEIT) / Günther Grosser (Berliner Zeitung) / Nele Hoffmann / Reinhard Jahn (Bochumer Krimi Archiv) / Hermann Kling / Alf Mayer / Peter Münder / Wolfgang Niess (SWR) / Ulrich Noller (WDR) / Michaela Pelz (krimi-forum.de) /  Lars Schafft (krimi-couch.de) / Robert Schekulin (Berlin) / Jan Christian Schmidt (kaliber38.de) / Sylvia Staude (Frankfurter Rundschau) / Bettina Thienhaus / Thomas Wörtche (Kritiker)
Die Kritiker der Jury stimmen nicht für Titel, an deren Veröffentlichung sie aktiv beteiligt sind.

Krimi-Buchhandlungen: Jutta Wilkesmann (Die Wendeltreppe, Frankfurt Main) / Monika Dobler (glatteis, München) / Christian Koch (Hammett, Berlin) / Thomas Przybilka (Missing Link) /  Cornelia Hüppe-Binder (Miss Marple, Berlin) / Hans W. Kohlmann (Whodunnit, Leipzig)

Der Deutsche Krimi Preis
...ist der älteste deutsche Krimipreis. Seit 1985 zeichnet eine Jury aus Krimi-Kritikern, Literaturwissenschaftlern und Krimi-Buchhändlern die besten Kriminalromane des Jahres aus.

Mit dem Deutschen Krimi Preis - vergeben in den Kategorien National und International - werden jeweils drei Romane gewürdigt, die "inhaltlich originell und literarisch gekonnt dem Genre neue Impulse verleihen."

Der Deutsche Krimi Preis ist undotiert und wird - ungewöhnlich in der Szene der Literaturpreise - in der Regel nicht öffentlich verliehen, sondern lediglich der Öffentlichkeit bekannt gegeben.

Auf dieser Seite finden Sie neben einem Verzeichnis aller ausgezeichneten Romane Informationen darüber, wer zur Jury gehört und wie die Teilnahmebedingungen sind.

Außerdem können Sie sich über die Entstehung und Geschichte des Preises informieren und etwas über die 119 besten Krimis aller Zeiten erfahren, die von einer Jury ermittelt wurden.

Für alle Fragen, die nicht in der FAQ zum Deutschen Krimi Preis beantwortet werden, gibt es die Möglichkeit, diskret Kontakt mit dem Organisator aufzunehmen.

 www.deutscher-krimipreis.de