DEUTSCHER KRIMI PREIS
Die Fakten
Die Preise
Preisträger 1985 - 1989
Die besten Krimis des Jahres
5. Deutscher Krimi Preis 1989

National


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1. Platz: Detlef Blettenberg: Farang
(Ullstein)

Bangkok ist das Traumziel von Touristen und zugleich Tummelplatz von Gaunern aus aller Welt. Mitten in dieser schillernden Weltstadt lebt Farang, Sohn einer Thai und eines Deutschen. Er schlägt sich als Leibwächter und privater Ermittler durch. Als ein Freund, der Journalist Tony Rojana, einem Touristenmörder auf der Spur ist, gerät Farag in einen tödlichen Strudel aus dubiosen Geschäften, Bestechung und Mord. Ausgerechnet jetzt macht auch sein deutscher Halbbruder Urlaub in Thailand und gerät in höchste Gefahr. Farang muß schnell handeln. Gemeinsam mit seinen Freunden Tony Rojana und Bobby Quinn nimmt er die Fährte auf.

Farang ist ein hervorragender Kriminalroman; mit raffiniert verschränkten Handlungssträngen, faszinierenden Figuren, jeder Menge Tempo, Witz, Dramatik - und einer dichten Informationsfülle über Politik und Gesellschaft Thailands.
(Ulrich Noller)


2. Platz:
Michael Molsner: Die Ehre einer Offiziersfrau
(Pahl-Rugenstein)

Bundeswehrmajor Gernot Marfeldt muss sich vor Gericht in Kempten im Allgäu wegen des Mordversuchs an seiner Frau Coletta verantworten. Doch die Offiziersfrau will den Täter nicht erkannt haben und der Ehemann schweigt. Der Prozess endet mit einem Freispruch. Was ist wirklich geschehen? Der junge Arzt Kottek erzählt die Geschichte seiner Begegnung mit Marfeldt und dessen betörend schöner Frau von Anfang an...

Der große Bogen, den Michael Molsner nicht nur zeitlich schlägt, indem er seine Personen von den frühen Siebzigern bis in die Mitte der achtziger Jahre verfolgt, sondern auch sein umfassender Ansoruch nach Charakteranalyse, den er mit den breit angelegten psychoanalytischen Sitzungen seines Protagonisten Kottek anstrebt, machen aus dem Roman ein bemerkenswertes Zeitbild, das die vorherrschende 68er-Nostalgie sehr persönlich konterkariert.
(Reinhard Jahn)

2. Platz: Michael Molsner: Euro-Ermittler - Urians Spur
(Piper)

Ein polnischer Agent ist ermordet worden. Die Art der "Hinrichtung" lenkt den Verdacht auf den ehemaligen Triebtäter Hannes "Urian" Kirck. Als auf dessen Speicher Pistolen und Revolver gefunden werden, wird er verhaftet, ihm droht der "weitere Vollzug der Unterbringung" in einer geschlossenen Anstalt.
Zunächst zögerlich und befangen übernhemen die Euro-Ermittler den Fall. Noch vermuten sie einen Racheakt oder eine bloß kriminelle Verschwörung gegen Kirck, da führt sie der Waffenfund in den Ostblock..


Das Buch hat einen schönen Erzählrhythmus, aktionistische Passagen wechseln mit eher beschreibenden, reflektierenden, und die Figuren sind durch die Bank so lebendig gezeichnet, daß man sie leibhaftig vor sich zu sehen glaubt. Urians Spur kann man mit Fug und Recht als Meisterwerk bezeichnen.
(Rudi Kost)


3. Platz: Willi Voss: Das Gesetz des Dschungels
(Ullstein)

In Hamburg herrscht Faustrecht. Der Herausgeber der größten Zeitung bemerkt das mit Entsetzen, aber tun will er nichts gegen die Reeperbahnmafia. Denn wer etwas tut, lebt unruhig. Oder gar nicht mehr.
Holger Fleestedt dagegen hat die Schnauze voll vom Nichtstun. Seit die Kiezgangster seinen Freund ermordet haben, treibt den degradierten Kommissar nur noch ein Gedanke: Er will aufräumen im Kiez.







International


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1. Platz: James Ellroy: Die schwarze Dahlie
(The black dahlia ) 
Deutsch von Jürgen Behrens
(Ullstein),

Ihr Name war Elizabeth Short, genannt die Schwarze Dahlie. Sie war gerade 22 Jahre alt, als ihre bestialisch zugerichtete Leiche an einem Januarmorgen des Jahres 1947 in Los Angeles gefunden wurde. Basierend auf den Fakten eines der rätselhaftesten Kriminalfälle der USA schrieb James Ellroy diesen Thriller über Liebe, Wahnsinn und Tod im Hollywood der vierziger Jahre.


2. Platz:  Manuel Vazquez Montalban: Manche gehen baden
(El balneario) 
Deutsch  von Bernhard Straub
(Rowohlt)
Deutsche Neuausgabe: Wenn Tote baden

Pepe Carvalho, Privatdetektiv von Beruf und Feinschmecker aus Passion, muß zum Abspecken in die streng geführte Kurklinik Faber & Faber. Eines Tages wird jedoch die gepflegte Atmosphäre empfindlich gestört: Im Swimmingpool liegt die Leiche einer reichen Amerikanerin. Und als immer mehr Tote die idyllische Klinik in Aufregung versetzen, nimmt Pepe Carvalho, dankbar für die Abwechslung, die Ermittlungen auf. Mit atmosphärischer Dichte zeichnet der spanische Erfolgsautor Manuel Vazquez Montalban ein hintergründiges Bild der europäischen Bourgeoisie.

Manche gehen baden liest sich als ironisch-komödiantisches Porträt des europäischen Bürgertums, hinter dem die Mordserie in einem Kurhotel schnell zurücktritt; am Ende wird bloß die Hälfte aller Todesfälle aufgeklärt.
Montalbán schreibt (...) keine konventionellen Krimis, weil ihn seine Sicht der Welt daran hindert. Er weiß, dass Verbrechen nicht an einem imaginären Rand der Gesellschaft entstehen - es sind deren Mechanismen selbst, die Verbrechen provozieren. Gewalt ist daher nicht nur individuell, sondern immer auch strukturell. Verbrechen können aufgeklärt werden, eine abschließende (Er-)Lösung aber kann es so lange nicht geben, wie die zugrunde liegenden Ursachen fortbestehen.
(Thomas Wörtche)



3. Platz:  Julian Rathbone: Grünfinger
(US-Titel: Greenfinger / GB-Titel: ZTD)
Deutsch von Hilde Stallmach
(Piper)

Die Blutspur zieht sich bis in die Regenwälder Costa Ricas. Schon glaubt sich der multinationale Lebensmittelkonzern am Ziel. Doch dann bietet ihm eine ebenso schöne wie mutige Frau die Stirn.

Eine großartige Idee, ausgerechnet einen Polit-Thriller aus einer unterprivilegierten, naiven und, zudem für das Genre ungewöhnlichen, aus einer weiblichen Perspektive erzählen zu lassen.
(Thomas Wörtche)

ex aequo

3. Platz
: Andrew Vachss: Kata
(Flood)
Deutsch von Georg Schmidt
(Ullstein)

Burke, ein kleiner Gauner, schlägt sich als Privatdetektiv ohne Zulassung in New York City durch. Eines Tages erhält er von Flood, einer in Japan ausgebildeten Karate-Kämpferin, den Auftrag, den Mörder der Tochter ihrer Freundin aufzuspüren. Sein Spitzname ist "Cobra". Er ist Vietnamveteran, hat eine Schwäche für Sex mit Kindern und gilt als psychisch gestört. Seine Nachforschungen führen Burke in die dunkelsten Gebiete der Großstadt, in eine Welt von Gewalt und Grausamkeit, die keine Tabus zu kennen scheint.



Die Jury:
Klaus Kamberger / Martina I. Kischke (Frankfurter Rundschau) / Rudi Kost / Frieder Middelhauve / Alf Mayer (epd) / Tilman Müller (stern) / Rainer K.G. Ott (SFB) / Wolfgang Platzeck (WAZ) / Jochen Schmidt (FAZ) / Erhard Schütz / Karl Wegmann (taz) / Thomas Wörtche / Reinhard Jahn und Werner Puchalla (Bochumer Krimi Archiv),
Ehrenpräsident: Richard K. Flesch

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